Mit MS leben – und die eigenen Möglichkeiten ausschöpfen
Multiple Sklerose kann den Alltag auf ganz unterschiedliche Weise beeinflussen. Manche Betroffene leiden unter ausgeprägter Erschöpfung, andere unter Muskelsteifigkeit, Schmerzen, Gangunsicherheit oder Konzentrationsproblemen.
Oft sind es gerade die unsichtbaren Symptome, die besonders belasten. Wenn die Energie fehlt, Bewegungen schwerer fallen oder der eigene Körper nicht mehr so mitmacht wie gewohnt, kann die Lebensqualität erheblich leiden.
Das Ziel vieler Menschen mit MS: möglichst lange beweglich, selbstständig und aktiv bleiben.
Neben modernen verlaufsmodifizierenden Therapien rücken deshalb auch neue Ansätze zur gezielten Behandlung einzelner MS-Symptome in den Mittelpunkt der Forschung.
Eine interessante Möglichkeit ist die repetitive transkranielle Magnetstimulation (rTMS).
Lernen Sie die Möglichkeiten einer rTMS Behandlung kennen:
Wie kann rTMS bei Multipler Sklerose helfen?
Die repetitive transkranielle Magnetstimulation ist ein nicht-invasives Verfahren, bei dem gezielte Magnetimpulse die Aktivität bestimmter Hirnregionen beeinflussen.
Das Gehirn besitzt die Fähigkeit, neuronale Verbindungen zu verändern und Funktionen teilweise neu zu organisieren. Diese sogenannte Neuroplastizität spielt auch bei Multipler Sklerose eine wichtige Rolle.
Die rTMS setzt an der Aktivität neuronaler Netzwerke an. Wissenschaftler untersuchen, ob sich dadurch bestimmte Beschwerden wie Spastik, Fatigue oder motorische Einschränkungen lindern lassen.
Erste klinische Studien zeigen interessante Ergebnisse. Die rTMS ist bei MS allerdings noch keine etablierte Standardtherapie und ersetzt insbesondere keine verlaufsmodifizierende MS-Behandlung.
Weniger Spastik. Mehr Bewegungsfreiheit.
Muskelsteifigkeit und Spastik können das Gehen, Stehen und alltägliche Bewegungen erheblich erschweren.
Die gezielte Magnetstimulation motorischer Hirnregionen wird als ergänzende Möglichkeit zur Behandlung der Spastik erforscht.
Mehrere klinische Studien liefern Hinweise darauf, dass bestimmte rTMS-Protokolle die Muskelsteifigkeit vorübergehend reduzieren und motorische Funktionen unterstützen können.
Das angestrebte Ergebnis: Bewegungen erleichtern, vorhandene Fähigkeiten besser nutzen und die Selbstständigkeit im Alltag fördern.
Fatigue – Wenn die Energie nicht ausreicht
Fatigue gehört zu den häufigsten und belastendsten Symptomen der Multiplen Sklerose. Sie ist weit mehr als normale Müdigkeit und lässt sich nicht einfach durch ausreichend Schlaf überwinden.
Die moderne Hirnstimulation eröffnet auch hier einen interessanten Forschungsansatz.
Erste Untersuchungen zeigen Hinweise auf mögliche Verbesserungen der MS-bedingten Fatigue. Die Effekte sind jedoch bislang nicht ausreichend gesichert und können nicht für jeden Patienten erwartet werden.
Wichtig ist eine individuelle neurologische Abklärung, da unter anderem Schlafstörungen, Medikamente und depressive Beschwerden die Erschöpfung zusätzlich verstärken können.
Auch Stimmung und Konzentration berücksichtigen
Multiple Sklerose betrifft nicht nur die Beweglichkeit. Konzentrationsstörungen, Gedächtnisprobleme und depressive Beschwerden können die Lebensqualität ebenfalls erheblich beeinträchtigen.
Die rTMS beeinflusst neuronale Netzwerke, die unter anderem an Aufmerksamkeit, Antrieb und emotionaler Regulation beteiligt sind.
Insbesondere bei einer begleitenden Depression kann die rTMS eine wissenschaftlich fundierte zusätzliche Behandlungsoption darstellen.
Auch der mögliche Einfluss auf kognitive Beschwerden bei MS wird untersucht. Für eine gezielte Behandlung dieser Symptome fehlen bislang jedoch ausreichend belastbare Ergebnisse.
Was zeigen die wissenschaftlichen Studien?
Die rTMS bei Multipler Sklerose ist Gegenstand einer wachsenden Zahl klinischer Untersuchungen.
Eine systematische Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2026 mit elf randomisierten kontrollierten Studien beschreibt Hinweise auf kurzfristige Verbesserungen insbesondere bei Spastik sowie kleinere mögliche Effekte bei Fatigue und depressiven Beschwerden.
Diese Ergebnisse sind ermutigend. Welche Patienten besonders profitieren, welche Stimulationsverfahren am besten geeignet sind und wie lange mögliche Verbesserungen anhalten, muss jedoch weiter untersucht werden.
Die rTMS bleibt damit ein innovativer ergänzender Behandlungsansatz, dessen Einsatz individuell beurteilt werden sollte.
Ihre MS. Ihre Beschwerden. Ihre Behandlungsziele.
Multiple Sklerose verläuft bei jedem Menschen anders. Deshalb gibt es auch bei der Behandlung belastender Symptome keine Lösung, die für alle gleichermaßen passt.
In unserer neurologischen Facharztpraxis in Bensheim verbinden wir langjährige Erfahrung in der Betreuung von Menschen mit Multipler Sklerose mit modernen Verfahren der Neurostimulation.
Wir nehmen uns Zeit für Ihre Beschwerden, Ihre bisherigen Behandlungen und die Veränderungen, die Sie sich für Ihren Alltag wünschen.
Gemeinsam prüfen wir, ob die rTMS unter Berücksichtigung der aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse und der verfügbaren Behandlungsverfahren für Sie eine sinnvolle Ergänzung sein könnte.
Forschungsergebnisse und klinische Studien
Eine Übersicht aller relevanten klinischen Studien zur Wirksamkeit einer rTMS bei Multipler Sklerose finden Sie hier:


