rTMS nach Schlaganfall – Rehabilitation gezielt unterstützen

Jeder Fortschritt zählt

Ein Schlaganfall verändert das Leben oft von einem Moment auf den anderen. Plötzlich fallen Bewegungen schwer, das Gehen wird unsicher oder ein Arm lässt sich nicht mehr wie gewohnt einsetzen. Auch Sprache, Konzentration und Stimmung können beeinträchtigt sein.

Viele Betroffene wünschen sich vor allem eines: wieder möglichst selbstständig leben, verlorene Fähigkeiten zurückgewinnen und aktiv am Alltag teilnehmen.

Die moderne Neurorehabilitation eröffnet dafür zusätzliche Möglichkeiten. Eine davon ist die repetitive transkranielle Magnetstimulation (rTMS), ein innovatives Verfahren, das die Anpassungsfähigkeit des Gehirns gezielt beeinflussen kann.

Möchten Sie nähere Informationen erhalten?

Telefonisches Beratungsgespräch vereinbaren

Wie Magnetstimulation die Rehabilitation unterstützen kann

Unser Gehirn besitzt eine bemerkenswerte Fähigkeit: Es kann sich verändern, neue Verbindungen bilden und Funktionen teilweise neu organisieren. Diese sogenannte Neuroplastizität spielt eine entscheidende Rolle bei der Erholung nach einem Schlaganfall.

Die rTMS nutzt gezielte Magnetimpulse, um die Aktivität bestimmter Hirnregionen zu beeinflussen und die Anpassung neuronaler Netzwerke zu unterstützen.

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass bestimmte rTMS-Protokolle die motorische Rehabilitation nach einem Schlaganfall ergänzen können. Besonders interessant ist die Kombination mit Physiotherapie und anderen rehabilitativen Maßnahmen.

Ziel ist es, die funktionelle Erholung zu fördern und vorhandene Fähigkeiten möglichst gut auszuschöpfen.

Greifen, Gehen, Bewegen – Fähigkeiten wieder stärken

Eine Tasse sicher halten, ohne Hilfe aufstehen oder wieder längere Strecken gehen können: Oft sind es gerade diese alltäglichen Fähigkeiten, die nach einem Schlaganfall besonders wichtig werden.

Die rTMS wird hinsichtlich ihres möglichen Nutzens bei verschiedenen motorischen Einschränkungen untersucht:

  • Arm- und Handfunktion: Gezieltere Bewegungen und eine bessere Kontrolle beim Greifen.
  • Gang und Mobilität: Unterstützung von Bewegungsabläufen und der Gehfähigkeit.
  • Motorische Koordination: Verbesserung der Bewegungssteuerung.
  • Alltagsaktivitäten: Möglichst viel Selbstständigkeit im täglichen Leben zurückgewinnen.

Klinische Studien liefern für bestimmte Stimulationsprotokolle vielversprechende Ergebnisse. Welche Verbesserungen im Einzelfall erreichbar sind, hängt unter anderem von der Art und Schwere der Schädigung, dem Zeitpunkt der Rehabilitation und dem gewählten Behandlungsverfahren ab.

Mehr als Bewegung: Sprache, Stimmung und Konzentration

Die Folgen eines Schlaganfalls betreffen häufig nicht nur die Motorik. Auch Sprachstörungen, Konzentrationsprobleme und depressive Beschwerden können den Alltag erschweren.

Die gezielte Magnetstimulation wird daher ebenfalls bei nicht-motorischen Schlaganfallfolgen erforscht.

Bei begleitenden Depressionen kann die rTMS unter geeigneten Voraussetzungen eine zusätzliche Behandlungsoption darstellen. Bei Sprach- und kognitiven Störungen gibt es ebenfalls interessante Forschungsansätze, deren Wirksamkeit jedoch noch nicht abschließend geklärt ist.

Ihr persönlicher Weg in der neurologischen Rehabilitation

Jeder Schlaganfall ist anders. Deshalb braucht es auch individuelle Behandlungsentscheidungen.

In unserer neurologischen Facharztpraxis in Bensheim verbinden wir langjährige neurologische Erfahrung mit modernen Verfahren der Neurostimulation.

Wir berücksichtigen Ihre bisherigen Therapien, Ihre aktuellen Einschränkungen und Ihre persönlichen Ziele. Gemeinsam prüfen wir, ob die rTMS eine sinnvolle Ergänzung Ihrer Rehabilitation darstellen könnte.

Sie möchten erfahren, welche Möglichkeiten die moderne Magnetstimulation für Ihre persönliche Situation bietet?

Was zeigen die wissenschaftlichen Untersuchungen?

Die repetitive transkranielle Magnetstimulation wird seit vielen Jahren in der neurologischen Rehabilitation erforscht.

Insbesondere bei motorischen Einschränkungen zeigen klinische Studien Hinweise darauf, dass bestimmte Stimulationsverfahren die funktionelle Erholung unterstützen können. Auch die Kombination mit konventionellen Rehabilitationsmaßnahmen wird untersucht.

Die bisherigen Ergebnisse sind ermutigend, unterscheiden sich jedoch je nach Stimulationsprotokoll, Erkrankungsphase und Art der neurologischen Einschränkungen.

Eine Übersicht relevanter klinischer Studien zur Wirksamkeit einer rTMS bei der Schlaganfallbehandlung finden Sie hier:

2016 – Transcranial magnetic stimulation (TMS) in stroke: Ready for clinical practice?

2022 – Transcranial Magnetic Stimulation in the Treatment of Neurological Diseases

2023 – Current evidence, clinical applications, and future directions of transcranial magnetic stimulation as a treatment for ischemic stroke

2014 – Evidence-based guidelines on the therapeutic use of repetitive transcranial magnetic stimulation (rTMS)

2022 – Continuous theta-burst stimulation enhances and sustains neurogenesis following ischemic stroke